Pinguin-Wissen: Alles, was du über Pinguine wissen musst
Pinguine gehören zu den ungewöhnlichsten Tieren unseres Planeten. Sie watscheln an Land, fliegen unter Wasser und überleben Temperaturen, bei denen wir Menschen längst aufgegeben hätten. Auf dieser Seite erfährst du alles Wichtige rund um den Körperbau, die Ernährung, die Fortpflanzung und die Bedrohungen dieser einzigartigen Vögel.
Ob du ein Referat vorbereitest, einfach neugierig bist oder schon lange Pinguin-Fan – hier findest du geballtes Pinguin-Wissen. Wir gehen den wichtigsten Fragen auf den Grund und räumen mit ein paar Mythen auf.
Können Pinguine fliegen?
Kurze Antwort: Nein – zumindest nicht in der Luft. Es gibt keine einzige Pinguinart, die fliegen kann. Pinguine sind allerdings sehr wohl Vögel. Sie haben Federn, einen Schnabel und legen Eier. Vor Millionen von Jahren haben ihre Vorfahren die Fähigkeit zum Fliegen aufgegeben – und dafür etwas viel Besseres bekommen.
Statt durch die Luft gleiten Pinguine elegant durchs Wasser. Ihre Flügel haben sich zu kräftigen Flossen entwickelt, mit denen sie regelrecht „fliegen“ – nur eben unter der Wasseroberfläche. Die Bewegung ähnelt tatsächlich dem Flügelschlag fliegender Vögel: von vorn oben nach hinten unten.
Warum haben Pinguine das Fliegen aufgegeben? In der Antarktis gab es keine Landraubtiere. Ohne Feinde am Boden brauchten sie nicht mehr wegzufliegen. So konnten sie sich vollständig an das Leben im Wasser anpassen – und Nahrungsquellen erschliessen, die anderen Vögeln verschlossen bleiben.
Wusstest du schon?
Der Strömungswiderstand eines Pinguins ist dreimal geringer als der eines modernen U-Boots. Sein Widerstandsbeiwert beträgt nur etwa 0,025 – ein Sportwagen hat einen zehnmal höheren Luftwiderstand! Ingenieure studieren die Körperform der Pinguine, um Flugzeuge und Luftschiffe effizienter zu machen.
Wie ist der Körper eines Pinguins aufgebaut?
Der Körperbau der Pinguine ist perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Ihre Körperform ähnelt einer idealen Spindel – vergleichbar mit einem Zeppelin oder U-Boot. Dabei besitzt der Körper eine Wellenstruktur: schmaler Schnabel, breiterer Kopf, dünnerer Hals und dann der dickere Rumpf. Zusammen mit dem Gefieder sorgt diese Form dafür, dass die Strömung eng am Körper anliegt und keine bremsenden Wirbel entstehen.
Anders als bei fliegenden Vögeln sind die Knochen der Pinguine mit Knochenmark gefüllt und schwer – das erleichtert das Tauchen, weil der Auftrieb geringer ist. Am Brustbein sitzt ein stark ausgebildeter Kiel, an dem die kräftige Flugmuskulatur ansetzt. Ober- und Unterarmknochen sind am Ellbogen steif miteinander verbunden, was den Flossen grosse Festigkeit verleiht.
Die Oberschenkel sind sehr kurz und die Beine stark nach hinten versetzt – deshalb der typische aufrechte, watschelnde Gang. Die Schwimmhäute an den Füssen helfen beim Manövrieren im Wasser, während der kurze Schwanz als zusätzliches Ruder dient.
Haben Pinguine Knie?
Ja, absolut! Wie jeder Vogel besitzen auch Pinguine Knie – du siehst sie nur nicht, weil sie unter dem Gefieder verborgen liegen. Stell dir eine Hähnchen-Keule vor: Der Knick darin ist das Knie. Beim Pinguin befinden sich die Knie auf Höhe des Beckens, wenn er in typischer Haltung steht.
Beim ausgewachsenen Kaiserpinguin ist der Oberschenkelknochen etwa 10 cm lang. Drückt er seine Kniegelenke durch, wird er fast 10 cm größer. Die weit nach hinten versetzten Beine und das starre Kniegelenk erzeugen den charakteristischen aufrechten Gang.
Haben Pinguine Ohren?
Ja – an der gleichen Stelle wie bei uns Menschen. Der Unterschied: Pinguine haben innenliegende Ohren ohne sichtbare Ohrmuscheln. Die Ohröffnungen werden von Federn bedeckt. Das Gehör funktioniert trotzdem ausgezeichnet – Pinguine können ihren Partner in einer Kolonie von zigtausend Tieren anhand seines individuellen Rufes erkennen.
Warum sind Pinguine schwarz-weiss?
Die schwarz-weisse Färbung ist eine clevere Tarnung, die Gegenschattierung genannt wird. Von unten betrachtet verschmilzt der weisse Bauch mit dem hellen Himmel – Raubfische und Robben können den Pinguin so schlechter entdecken. Von oben gesehen ist der schwarze Rücken vor dem dunklen Meeresgrund kaum zu erkennen.
Diese Tarnung schützt also gleichzeitig vor Feinden von unten und macht den Pinguin für Beutetiere von oben unsichtbar. Ein simples, aber geniales Prinzip.
Wusstest du schon?
Pinguine können keine roten Farben erkennen! Dafür sind ihre Augen im blau-grünen Farbspektrum extrem empfindlich – genau die Farben, die unter Wasser vorherrschen. Ihre Lichtempfindlichkeit ist vergleichbar mit der einer Eule.
Wie überleben Pinguine in der Eiskälte?
Ein Mensch würde bei minus 40 Grad ohne Kleidung nur wenige Minuten überleben. Pinguine halten eine Körpertemperatur von 39 °C – selbst im eiskalten Wasser von minus 1 °C. Wie machen sie das?
Das Geheimnis liegt im Federkleid: Bis zu 12 Federn pro Quadratzentimeter bedecken den gesamten Körper. Die Federn sind etwa 3 cm lang, leicht gekrümmt und haben einen hohen Dunenanteil am Ansatz. Die Federspitzen überlagern sich wie Dachziegel. Regelmässige Pflege mit Öl aus der eigenen Öldrüse macht das Gefieder wasserabweisend und schützt vor Pilzen und Bakterien.
Unter dem Federkleid bildet der Dunenanteil ein wasserdichtes Unterkleid, das eine isolierende Luftschicht direkt über der Haut festhalt. Darunter liegt zusätzlich eine dicke Fettschicht. Bei Kälte werden Füsse und Flügel nur minimal mit Blut versorgt. Ein genialer Wärmetauscher in den Beinen sorgt dafür, dass warmes Blut aus dem Körper das kalte Blut aus den Füssen erwärmt – und umgekehrt. Kalte Füsse ja, aber minimaler Wärmeverlust.
Müssen Pinguine trinken?
Pinguine trinken tatsächlich Meerwasser und fressen manchmal Schnee. Auch mit der Nahrung nehmen sie Salz auf. Damit sie nicht an einer Salzvergiftung sterben, besitzen sie spezielle Salzdrüsen im Schädel oberhalb der Augen. Diese filtern das überschüssige Salz heraus.
Die konzentrierte Salzlösung wird dann als klare Flüssigkeit über Nase oder Schnabel ausgeschieden. Wenn du also mal einen Pinguin mit „Tropfnase“ siehst – der hat gerade Salzwasser verarbeitet!
Können Pinguine unter Wasser sehen?
Und wie! Während des Tauchens haben Pinguine die Augen weit geöffnet. Ihre Hornhaut ist weniger gewölbt als bei anderen Vögeln, was ihnen unter Wasser scharfes Sehen ermöglicht. Der Sehwinkel beträgt unter Wasser nur etwa 17 Grad, aber durch Drehen des Kopfes erreichen sie 80 Grad – genug, um blitzschnelle Jäger zu sein.
An Land sind Pinguine dafür etwas kurzsichtig. Wie genau sie das ausgleichen, ist noch nicht vollständig erforscht. Im Wasser jedenfalls sind sie wahre Adleraugen – äh, Pinguinaugen.
Was fressen Pinguine?
Die meisten Pinguinarten ernähren sich von sardinengrossen Schwarmfischen und kleinen Tintenfischen. Die antarktischen Arten wie Adélie-, Esels- und Zügelpinguine fressen zusätzlich grosse Mengen Krill – kleine Garnelen der Art Euphausia superba, die in den antarktischen Gewässern massenhaft vorkommen.
Kaiser- und Königspinguine jagen hauptsächlich Leuchtsardinen und Tintenfische, fressen aber auch Krill. Pinguine schwimmen direkt in einen Fischschwarm hinein und schnappen im Zickzack alles, was vor den Schnabel kommt. Die Beute wird noch unter Wasser geschluckt.
Am Schnabelende befindet sich ein spitzer Haken, und die Kanten sind rasiermesserscharf. Damit halten sie ihre glitschige Beute fest. Rückwärtsgerichtete Fortsätze an Zunge und Gaumen sorgen dafür, dass die Fische nur in eine Richtung können – Richtung Magen.
Wie tief können Pinguine tauchen?
Die Tauchtiefe hängt stark von der Körpergröße ab. Hier ein Überblick:
| Pinguinart | Maximale Tauchtiefe | Maximale Tauchdauer |
|---|---|---|
| Kaiserpinguin | bis 535 m | bis 22 Minuten |
| Königspinguin | 300–400 m (tags) | bis 8 Minuten |
| Adéliepinguin | bis 240 m | ca. 5 Minuten |
| Brillenpinguin | 30–130 m | ca. 2–3 Minuten |
| Humboldtpinguin | bis 80 m | ca. 2 Minuten |
| Magellanpinguin | bis 65 m | ca. 1–2 Minuten |
| Zwergpinguin | 10–30 m | ca. 90 Sekunden |
Übrigens: Pinguine bekommen keine Taucherkrankheit! Wissenschaftler vermuten, dass sie beim Tauchen ihre Körpertemperatur absenken. Dadurch verlangsamt sich der Stoffwechsel, sie brauchen weniger Sauerstoff und nehmen kaum gelösten Stickstoff ins Blut auf.
Wie schnell schwimmen Pinguine?
Brillenpinguine bevorzugen eine Reisegeschwindigkeit von 7–9 km/h, können aber bis zu 20 km/h erreichen. Kaiserpinguine cruisen bei 11 km/h und schaffen maximal etwa 25,5 km/h. Bei hoher Geschwindigkeit springen Pinguine wie Delfine abwechselnd aus dem Wasser – das sogenannte „Porpoising“. So können sie atmen, ohne langsamer zu werden.
Pinguine mit kleinen Küken legen täglich rund 30 km bei der Nahrungssuche zurück. Eltern mit grossen Küken schwimmen sogar bis zu 80 km am Tag. In natürlicher Umgebung können Pinguine täglich bis zu 100 km zurücklegen.
Wie pflanzen sich Pinguine fort?
Pinguine sind überraschend treue Partner. Die meisten Arten nisten fast immer mit dem gleichen Partner zusammen, Saison für Saison. Da viele Arten den Winter getrennt auf See verbringen, müssen sie sich zu Beginn der Brutsaison erst wiederfinden – und das geschieht durch lautes Rufen.
Die erste Brut findet je nach Art im Alter von 2 bis 6 Jahren statt. Die Nistgewohnheiten unterscheiden sich stark zwischen den Arten:
- Kaiser- und Königspinguine brüten ihr einzelnes Ei in einer Bauchfalte auf den Füssen aus – sie brauchen kein Nest.
- Galapagos-, Magellan-, Humboldt-, Brillen- und Zwergpinguine nisten in Höhlen oder Erdlöchern.
- Adélie-, Esels- und Zügelpinguine bauen Nester aus kleinen Steinchen.
- Die übrigen Arten bauen Nester aus Blättern, Zweigen oder Grashalmen.
Kaiser- und Königspinguine legen ein Ei (ca. 11 cm gross). Die anderen Arten legen meist zwei Eier, manchmal auch drei. Es dauert zwischen 32 und 68 Tagen, bis die Küken schlüpfen. Frisch geschlüpfte Küken sind hilflos, blind und mit weichem Flaum bedeckt. Wenige Stunden später öffnen sie die Augen und betteln bereits um Nahrung.
Wusstest du schon?
Beim Kaiserpinguin brütet das Männchen das Ei ganz allein aus – zwei Monate lang, bei Temperaturen von bis zu minus 40 °C! In dieser Zeit fastet es komplett. Die Weibchen sind unterwegs zum Meer und legen dabei teilweise über 100 km zurück, um Nahrung zu finden. Wenn das Küken schlüpft, sind sie rechtzeitig mit der ersten Mahlzeit zurück.
Was ist die Mauser bei Pinguinen?
Einmal im Jahr müssen Pinguine ihr komplettes Gefieder erneuern – die sogenannte Mauser. Dafür müssen sie an Land kommen, denn während der Mauser ist ihr Federkleid nicht wasserdicht. Die Mauser dauert je nach Art und Ernährungszustand 2 bis 5 Wochen.
In dieser Zeit können Pinguine nicht ins Wasser und verlieren bis zu 40 % ihres Körpergewichts. Vorher müssen sie sich also ordentlich Fettreserven anfressen. Die neuen Federn wachsen bereits unter den alten und drücken diese dann aus der Haut – so steht der Pinguin nie nackt da. Sobald alle Federn erneuert sind, stürzen sich die Pinguine sofort wieder ins Meer. Wann genau die Mauser, die Brut und andere wichtige Ereignisse im Pinguin-Jahr stattfinden, erfährst du in unserer Pinguin-Zeitrechnung.
Wie verständigen sich Pinguine?
Pinguine kommunizieren über verschiedenste Bewegungen und Geräousche: Stöhn-, Schnarr-, Quietsch- und Trompetenlaute gehören zum Repertoire. Jede Art hat ihre eigenen typischen Schreie, die sich zudem von Tier zu Tier individuell unterscheiden. So kann ein Pinguin seinen Partner in einer Kolonie von zehntausenden Tieren zielsicher wiedererkennen.
Wenn sich ein Pinguinpärchen nach längerer Abwesenheit wiedertrifft, begrüssen sie sich mit einem aufwendigen Ritual aus Bewegungen und Rufen. Das ist Pinguin-Romantik pur.
Warum sind antarktische Pinguine größer als tropische?
Hier kommt die Bergmannsche Regel ins Spiel: Verwandte Tierarten in kälteren Klimazonen sind größer als ihre Verwandten in wärmeren Regionen. Kaiserpinguine in der Antarktis werden über 100 cm gross, während Galapagospinguine nahe des Äquators nur etwa 40 cm messen.
Der Grund ist simpel: Ein größerer Körper hat im Verhältnis weniger Oberfläche. Weniger Oberfläche bedeutet weniger Wärmeverlust. Grosse Pinguine können also mehr Wärme speichern – ein Vorteil in der Eiskälte.
Wo schlafen Pinguine?
An Land dösen Pinguine normalerweise im Stehen. Wenn es dann aber in den Tiefschlaf geht, kippen sie nach vorne und schlafen auf dem Bauch. Auf dem Wasser sieht es anders aus: Hier dümpeln sie an der Oberfläche, kneifen die Augen zu, legen den Kopf in den Nacken – und gönnen sich nur einen kurzen Minutenschlaf.
Welche natürlichen Feinde haben Pinguine?
Im Wasser lauern die größten Gefahren. Der Seeleopard ist der gefürchtetste Jäger in antarktischen Gewässern. Er lauert den Pinguinen im flachen Küstenbereich auf, wo sie ihre überlegene Manövrierfähigkeit nicht ausspielen können. Darum gehen Pinguine möglichst als grosse Gruppe ins Wasser.
Orcas (Schwertwale), Haie und grosse Raubfische bedrohen vor allem die in wärmeren Gewässern lebenden Arten. Pelzrobben und Seelöwen jagen Zwerg- und südamerikanische Pinguinarten.
An Land sind vor allem die Eier und Küken gefährdet. Die Skua (Raubmöwe) erbeutet Eier und schwache Jungtiere – manchmal arbeiten zwei Skuas im Team: Eine lenkt ab, die andere klaut das Ei. Vom Menschen eingeschleppte Tiere wie Ratten, Katzen und Frettchen stellen für viele Arten eine ernste Bedrohung dar.
Wie bedroht der Mensch die Pinguine?
Die Geschichte der Pinguine und Menschen ist leider kein schönes Kapitel. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Pinguine massenhaft wegen ihres Öls abgeschlachtet. Seit 1897 wurden ihnen Eier aus den Nestern geraubt. Der Bestand der Brillenpinguine in Südafrika nahm zwischen 1956 und 1978 um über 50 % ab – hauptsächlich wegen Überfischung.
Heute sind die größten Bedrohungen der Klimawandel, die Überfischung und die Verschmutzung der Meere. Das Ozonloch führt dazu, dass sich das Meereis verringert – der Lebensraum der antarktischen Pinguine taut buchstäblich weg. Auch Ölverschmutzung, Massentourismus und der Bau von Forschungsstationen auf den wenigen eisfreien Flächen setzen den Tieren zu.
Welche Pinguinarten sind vom Aussterben bedroht?
Die Situation ist ernst. Nach der Roten Liste der IUCN gelten mehrere Arten als stark gefährdet:
| Status | Pinguinarten |
|---|---|
| Vom Aussterben bedroht (Endangered) | Gelbaugenpinguin, Kronenpinguin, Galapagospinguin |
| Gefährdet (Vulnerable) | Brillenpinguin, Dickschnabelpinguin, Humboldtpinguin, Felsenpinguin, Haubenpinguin, Macaronipinguin |
| Leicht gefährdet (Near Threatened) | Eselspinguin, Magellanpinguin |
Der Antarktisvertrag von 1959 und das Madrider Protokoll von 1990 schützen die Antarktis für friedliche Zwecke und wissenschaftliche Forschung. Seit 1990 muss Müll aus der Antarktis zurück ins Ursprungsland gebracht werden. Trotzdem bleibt noch viel zu tun – besonders beim Schutz der Meere und der Eindämmung des Klimawandels. Einen Überblick über alle betroffenen Arten findest du in unserer alphabetischen Pinguinliste.
Wusstest du schon?
Eine Kolonie von 20.000 Kaiserpinguinen benötigt pro Tag rund 20 Tonnen Nahrung. Die kühlen Gewässer der Antarktis sind so nährstoffreich, dass das kein Problem ist – solange der Mensch dieses Ökosystem nicht zerstört.
Wie alt werden Pinguine?
Das ist von Art zu Art unterschiedlich und hängt stark davon ab, ob ein Pinguin in freier Wildbahn oder im Zoo lebt. Wildlebende Pinguine sind vielen Gefahren ausgesetzt und sterben oft eines gewaltsamen Todes. Im Zoo erhalten sie optimale Pflege, was zu höherem Alter führt. Die übliche Lebenserwartung in der Natur liegt bei 10 bis 20 Jahren.
Seit wann gibt es Pinguine auf der Erde?
Die Entwicklung der Pinguine begann vor etwa 65 Millionen Jahren – also zur Zeit des Aussterbens der Dinosaurier. Ihr Ursprung wird in der Umgebung von Neuseeland vermutet, wo damals subtropische Bedingungen herrschten. Die Antarktis war zu dieser Zeit noch bewaldet und vereiste erst viel später.
Der älteste bekannte fossile Pinguin, Pachydyptes simpsoni, stammt aus Südaustralien und ist etwa 55 Millionen Jahre alt. Insgesamt kennt man 17 fossile Pinguinarten. Der größte Urzeit-Pinguin war rund 1,5 Meter gross und lebte vor etwa 38 Millionen Jahren – deutlich größer als der heutige Kaiserpinguin.
Verhaltensregeln: So gehst du richtig mit Pinguinen um
Falls du das Glück hast, Pinguinen in freier Natur zu begegnen, beachte bitte diese Regeln:
- Mindestens 30 Meter Abstand zu nistenden Tieren halten
- Auch laufenden Tieren ausweichen – Pinguine haben Vorfahrt!
- Keine hektischen Bewegungen – Pinguine erschrecken sich leicht
- Geduckt oder in der Hocke annähern, mit kurzen Pausen
- Keine Abfälle hinterlassen und nichts mitnehmen
- Pinguine niemals berühren oder durch Brutkolonien laufen
Häufige Fragen zum Pinguin-Wissen
Es gibt mehrere Theorien. Eine lautet, dass der Name vom walisischen „Pen Gwyn“ stammt, was „weisser Kopf“ bedeutet. Eine andere Erklärung leitet den Namen vom lateinischen „pinguis“ (fett) ab – für Seefahrer war das Fett der Tiere wertvoll. Ursprünglich bezeichnete „Pinguin“ übrigens den 1844 ausgestorbenen Riesenalk der Nordhalbkugel.
Nein. Pinguine leben ausschliesslich auf der Südhalbkugel. Die warmen Meeresströmungen in den gemässigten Breiten sind ein unüberwindliches Hindernis. Ausserdem würen Landraubtiere wie Eisbären und Eisfüchse in der Arktis brütende Pinguine schnell dezimieren. Auf der Nordhalbkugel war die ökologische Nische bis ins 19. Jahrhundert vom Riesenalk besetzt, der vom Menschen ausgerottet wurde.
Für Laien ist das extrem schwierig, denn ein direktes äusserliches Unterscheidungsmerkmal gibt es nicht. Manche Forscher können die Geschlechter anhand der Schnabelgröße erkennen, aber das erfordert viel Erfahrung. Sicher unterscheiden lassen sich die Geschlechter nur bei der Paarung – das Männchen liegt dabei auf dem Rücken des Weibchens.
Wissenschaftler vermuten, dass Pinguine beim Tauchen ihre Körpertemperatur senken. Dadurch verlangsamt sich der Stoffwechsel, sie brauchen weniger Sauerstoff und nehmen kaum Luft aus ihren Luftsäcken auf. So gelangt kein gelöster Stickstoff ins Blut – die Ursache der Taucherkrankheit beim Menschen.
Die meisten Arten bekommt man auf einer Antarktis-Reise zu sehen. Magellanpinguine kann man in Punta Tombo (Patagonien) in einer Kolonie mit über einer Million Tieren beobachten. Zwergpinguine gibt es auf Phillip Island bei Melbourne. Brillenpinguine leben an Stränden Südafrikas, zum Beispiel in Boulders Beach. Und den Galapagospinguin findet man nahe des Äquators auf den Galapagosinseln.