Pinguin-FAQ: Die am häufigsten gestellten Pinguin-Fragen
Dir brennt eine Frage über Pinguine unter den Nägeln? Dann bist du hier genau richtig. In dieser FAQ haben wir die Fragen gesammelt, die uns am häufigsten gestellt werden – und natürlich die Antworten dazu. Von Klassikern wie „Können Pinguine fliegen?“ bis zu echten Überraschungen.
Falls du noch tiefer ins Thema einsteigen möchtest, empfehlen wir dir unsere ausführliche Seite Pinguin-Wissen mit allen Details zu Körperbau, Ernährung und Fortpflanzung.
Allgemeine Fragen über Pinguine
Nein, keine einzige Pinguinart kann fliegen – zumindest nicht durch die Luft. Pinguine sind zwar Vögel, haben aber vor Millionen von Jahren die Fähigkeit zum Fliegen aufgegeben. Dafür sind sie unter Wasser umso begabter: Ihre Flügel haben sich zu kräftigen Flossen entwickelt, mit denen sie regelrecht durchs Wasser „fliegen“. Manche Arten erreichen dabei Geschwindigkeiten von über 25 km/h.
Pinguine sind eindeutig Vögel. Sie besitzen alle typischen Merkmale: einen Schnabel, Flügel (auch wenn sie damit nicht fliegen können), Federn und sie legen Eier. Pinguine gehören zur Ordnung der Sphenisciformes und sind vermutlich näher mit Albatrossen und Sturmschwalben verwandt als mit jeder anderen Vogelgruppe.
Nein. Pinguine gibt es ausschliesslich auf der Südhalbkugel. Sie leben nicht nur in der Antarktis, sondern auch in Südamerika, Südafrika, Australien, Neuseeland und sogar auf den Galapagosinseln nahe des Äquators. In die Arktis können sie nicht gelangen, weil die warmen Meeresströmungen in den gemässigten Breiten ein unüberwindliches Hindernis darstellen. Ausserdem würden Landraubtiere wie Eisbären den Pinguinen dort das Leben sehr schwer machen.
Wusstest du schon?
Die ökologische Nische des Pinguins war auf der Nordhalbkugel bis 1844 vom Riesenalk besetzt – einem ebenfalls flugunfähigen Seevogel. Leider wurde er vom Menschen ausgerottet. Die letzten beiden Riesenalke wurden auf einer Insel vor Island getötet.
Ganz einfach: Sie kommen sich nie in die Quere. Eisbären leben am Nordpol (Arktis), Pinguine am Südpol und auf der gesamten Südhalbkugel. Die beiden Tierarten trennen tausende Kilometer. Im Zoo wäre die Gefahr theoretisch am größten – aber dort sind die Gehege natürlich getrennt. Würden Eisbären und Pinguine aufeinandertreffen, würden die Bären die Pinguine vermutlich sehr wohl fressen.
Fragen zu Größe, Alter und Aussehen
In freier Wildbahn werden die meisten Pinguine zwischen 10 und 20 Jahre alt. Das ist allerdings schwer zu bestimmen, da wildlebende Pinguine vielen Gefahren ausgesetzt sind – Raubtiere, Krankheiten, Nahrungsmangel. In Zoos mit optimaler Pflege können Pinguine deutlich älter werden. Einzelne Kaiserpinguine in Gefangenschaft haben über 40 Jahre erreicht.
Der Kaiserpinguin ist mit bis zu 130 cm Höhe und über 40 kg Gewicht der unbestrittene Riese unter den Pinguinen. Er lebt in der Antarktis und ist perfekt an die extremen Bedingungen dort angepasst. Übrigens: Der größte Pinguin aller Zeiten war ein fossiler Urzeit-Pinguin, der vor etwa 38 Millionen Jahren lebte und rund 1,5 Meter gross war.
Der Zwergpinguin (auch Blaupinguin oder Little Blue Penguin genannt) ist mit nur 30–35 cm der kleinste Pinguin der Welt. Er wiegt gerade einmal rund 1 kg und lebt an den Küsten Australiens und Neuseelands. Trotz seiner geringen Größe ist er ein exzellenter Schwimmer und Taucher.
Die meisten Wissenschaftler gehen von 18 anerkannten Pinguinarten aus, unterteilt in 6 Gattungen. Die genaue Anzahl ist allerdings etwas umstritten: Manche Forscher zählen nur 15 Arten, andere unterscheiden zusätzliche Unterarten und kommen auf bis zu 22 Arten. Eine Übersicht findest du auf unserer Seite Alle 18 Pinguinarten. Wer alle Arten kompakt auf einen Blick sucht, findet sie in unserer alphabetischen Pinguinliste.
Die beiden gehören zwar zur gleichen Gattung (Aptenodytes), unterscheiden sich aber deutlich. Der Kaiserpinguin ist mit bis zu 130 cm größer als der Königspinguin (bis 95 cm). Der Kaiserpinguin brütet im antarktischen Winter auf dem Eis, der Königspinguin auf den subantarktischen Inseln. Auch die Färbung unterscheidet sich: Königspinguine haben leuchtend orangefarbene Flecken an Kopf und Schnabel, während die des Kaiserpinguins eher goldgelb sind.
Fragen zu Verhalten und Lebensweise
Ja, Pinguine trinken – und zwar Meerwasser! Ausserdem fressen manche Arten gelegentlich Schnee. Das überschüssige Salz wird über spezielle Drüsen im Schädel (oberhalb der Augen) herausgefiltert und als konzentrierte Salzlösung über Nase oder Schnabel ausgeschieden. Deshalb sehen Pinguine manchmal so aus, als hätten sie eine Tropfnase.
Der Kaiserpinguin hält wahrscheinlich den Geschwindigkeitsrekord unter den Pinguinen. Er bevorzugt eine Reisegeschwindigkeit von 11 km/h und kann kurzfristig bis zu 25,5 km/h erreichen. Auch der Eselspinguin gilt als extrem schneller Schwimmer und schafft ähnliche Spitzengeschwindigkeiten. Bei hohem Tempo springen Pinguine wie Delfine abwechselnd aus dem Wasser – das nennt man Porpoising.
Der Kaiserpinguin ist der Tauchrekordhalter: bis zu 22 Minuten am Stück und Tiefen von über 500 Metern. Die meisten anderen Arten tauchen deutlich kürzer und flacher. Zwergpinguine zum Beispiel tauchen nur etwa 90 Sekunden und erreichen Tiefen von 10 bis 30 Metern. Als Faustregel gilt: Je größer der Pinguin, desto tiefer und länger kann er tauchen.
Im Wasser droht Gefahr durch Seeleoparden, Orcas (Schwertwale), Haie und Seelöwen. An Land sind vor allem Eier und Küken gefährdet – hier sind Skuas (Raubmöwen) und Riesensturmvögel die größten Bedrohungen. Vom Menschen eingeschleppte Tiere wie Ratten, Katzen und Frettchen stellen für viele Arten auf subantarktischen Inseln ein ernstes Problem dar.
Fragen zur Fortpflanzung
Die meisten Pinguinarten legen ein bis zwei Eier pro Brutsaison. Kaiser- und Königspinguine legen immer nur ein einzelnes Ei. Viele andere Arten legen zwei Eier, wobei oft nur ein Küken durchkommt. Die Brutdauer liegt je nach Art zwischen 32 und 68 Tagen – größere Eier brauchen länger.
Definitiv nein. Die meisten Pinguinarten stehen unter Naturschutz. Ausserdem brauchen Pinguine ein grosses Becken, viele Artgenossen und nur hochwertigen, frischen Fisch – und davon nicht wenig. Antarktische Arten müssen zudem in Kühlräumen gehalten werden. Selbst viele Zoos können sich die Pinguinhaltung kaum leisten. Für Privatleute ist es schlicht unmöglich und illegal.
Fragen zu Pinguinen im Alltag
Viele deutsche Zoos halten Pinguine. Besonders bekannt sind der Zoo Berlin, der Allwetterzoo Münster, der Zoo am Meer in Bremerhaven, der Tierpark Hagenbeck in Hamburg und der Zoo in Wuppertal. In manchen Zoos darfst du den Pinguinen sogar beim Füttern zusehen oder bei der Fütterung helfen. Schau dir dazu unseren Zoo-Guide an.
Es gibt viele Möglichkeiten. In Südafrika kannst du Brillenpinguine am Boulders Beach beobachten. In Patagonien (Argentinien) gibt es riesige Magellanpinguin-Kolonien. Auf Phillip Island bei Melbourne kommen allabendlich Zwergpinguine aus dem Meer. Und wer das volle Programm will, bucht eine Antarktis-Kreuzfahrt – dort kannst du die meisten Arten auf einmal erleben.
Übrigens: Auf unserer Seite Pinguin-Downloads findest du kostenlose Materialien rund um Pinguine. Und wer Pinguine live beobachten möchte, sollte einen Blick auf unsere Webcam-Sammlung werfen.
Hast du eine Pinguin-Frage, die hier nicht beantwortet wird? Schau auf unserer Seite Pinguin-Wissen vorbei – dort gehen wir noch viel tiefer ins Detail.
Dein Team von Anjas Pinguine