Macaronipinguin – Der Schopfpinguin mit dem berühmtesten Namen

Macaronipinguin-Porträt mit goldenem Federschopf

Unter Pinguinfreunden weltweit ist der Name „Macaroni Penguin“ ein fester Begriff. Im deutschsprachigen Raum kennt man dieselbe Art unter dem Namen Goldschopfpinguin – dort findest du auch unseren ausführlichen Artensteckbrief mit Informationen zu Brutverhalten, Lebensweise und Verwandtschaft. Auf dieser Seite geht es um den internationalen Blick auf die Art: Woher kommt der kuriose englische Name? Wie unterscheidet sich der Macaronipinguin von seinen Verwandten? Und wie steht es um die Zukunft dieser Art?

Steckbrief: Macaronipinguin

Wissenschaftlicher NameEudyptes chrysolophus
Auch bekannt alsGoldschopfpinguin
Größeca. 55 cm
Gewichtca. 4,5 kg
LebensraumSubantarktische Inseln, Antarktische Halbinsel, Südgeorgien
NahrungKrill, kleine Fische, Tintenfische
BestandGefährdet (ca. 6,3 Millionen Brutpaare, stark rückläufig)

Ein Name aus der Welt der Mode

Die Geschichte hinter dem Namen „Macaroni Penguin“ reicht bis ins London des 18. Jahrhunderts zurück. Damals bezeichnete man junge Männer, die von ihrer Grand Tour durch Italien mit extravaganten Frisuren und übertrieben bunter Kleidung heimkehrten, als „Macaronis“. Das Wort wurde zum Synonym für alles Auffällige und Geschmückte – so sehr, dass es sogar im amerikanischen Volkslied „Yankee Doodle“ auftaucht: „Stuck a feather in his cap and called it Macaroni.“

Als britische Entdecker im späten 18. Jahrhundert auf subantarktischen Inseln einen Pinguin mit auffällig gelben Federbüscheln sahen, lag der Vergleich nahe. Die leuchtenden Schopffedern erinnerten an die übertriebenen Perücken der Macaroni-Dandys – und der Name blieb hängen. Bis heute ist „Macaroni Penguin“ in der englischsprachigen Welt der gebräuchliche Name.

Der deutsche Name „Goldschopfpinguin“ ist dagegen rein beschreibend: Er bezieht sich auf die goldgelben Federbüschel, die von der Stirn über die Augen nach hinten verlaufen. Beide Namen meinen dieselbe Art – Eudyptes chrysolophus. Der wissenschaftliche Name bedeutet übrigens „schöner Taucher mit goldenem Schopf“, eine treffende Zusammenfassung.

Wie erkennt man den Macaronipinguin unter den Schopfpinguinen?

Zur Gattung Eudyptes gehören insgesamt sechs bis acht Arten (je nach Systematik), und alle tragen gelbe oder orange Schopffedern. Auf den ersten Blick sehen sich manche Arten zum Verwechseln ähnlich. Wer genauer hinschaut, findet aber klare Unterschiede.

Der Macaronipinguin hat die breitesten und auffälligsten Schopffedern aller Schopfpinguine. Sie beginnen nicht seitlich am Kopf wie beim Felsenpinguin, sondern mitten auf der Stirn. Von dort fächern sie sich nach hinten auf und bilden eine Art Krone. Die Federn sind leuchtend orange-gelb – kräftiger als beim Kronenpinguin, der eher blassgelbe, nach vorn hängende Schopffedern besitzt.

Auch die Körpergröße hilft bei der Unterscheidung. Mit rund 55 Zentimetern gehört der Macaronipinguin zu den größeren Schopfpinguinen. Der Felsenpinguin bringt es nur auf etwa 45 bis 48 Zentimeter. Dazu kommt ein kräftiger, dunkelroter Schnabel, der dem Macaronipinguin ein markantes Profil verleiht.

Verbreitung: Rund um die Antarktis zu Hause

Kaum eine andere Pinguinart besiedelt ein so weitläufiges Gebiet. Macaronipinguine brüten auf subantarktischen Inseln im Atlantik, Indischen Ozean und Pazifik. Zu den wichtigsten Brutgebieten zählen Südgeorgien, die Heard- und McDonald-Inseln, die Kerguelen, die Crozet-Inseln, Marion Island und verschiedene Inseln rund um die Antarktische Halbinsel.

Die größten Kolonien befinden sich auf Südgeorgien. Allein dort brüten schätzungsweise zwei bis drei Millionen Paare. Auf Bird Island, einer kleinen Nebeninsel Südgeorgiens, wurden die Tiere besonders gut erforscht. Aber auch an Standorten wie den Falklandinseln und den Südlichen Shetlandinseln gibt es Vorkommen, wenn auch in kleineren Zahlen.

Außerhalb der Brutzeit verbringen Macaronipinguine bis zu sechs Monate ununterbrochen auf dem offenen Meer. GPS-Daten zeigen, dass einzelne Tiere dabei Strecken von weit über 10.000 Kilometern zurücklegen – hauptsächlich in den nährstoffreichen Gewässern der Antarktischen Konvergenzzone.

Populationstrends: Die Zahlen täuschen

Mit geschätzten 6,3 Millionen Brutpaaren ist der Macaronipinguin nach reinen Zahlen die häufigste Pinguinart der Welt. Das klingt zunächst beruhigend. Der zweite Blick zeigt ein anderes Bild: Seit den 1970er-Jahren sind die Bestände an vielen Standorten um 30 bis 50 Prozent geschrumpft.

Auf Südgeorgien, dem Herzstück der globalen Population, dokumentierten Forscher zwischen den 1980er- und 2010er-Jahren einen Rückgang um etwa ein Drittel. Auch auf den Kerguelen und den Heard-Inseln gehen die Zahlen zurück. Die IUCN stuft die Art daher seit 2008 als „vulnerable“ (gefährdet) ein.

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Wusstest du schon?

Eine einzige Macaronipinguin-Kolonie auf Südgeorgien kann mehr Krill verbrauchen als die gesamte Krillfischerei-Industrie im selben Gebiet. Forscher schätzen, dass die Pinguine auf Südgeorgien jährlich rund 8 Millionen Tonnen Krill fressen – sie gehören damit zu den bedeutendsten Prädatoren im Südpolarmeer.

Warum gehen die Bestände zurück?

Die Ursachen für den Rückgang sind nicht vollständig geklärt, doch mehrere Faktoren spielen zusammen. Die Erwärmung des Südlichen Ozeans verändert die Verteilung und Menge des antarktischen Krills – der mit Abstand wichtigsten Nahrungsquelle. Wenn die Elterntiere während der Brutzeit weiter und länger nach Nahrung suchen müssen, sinkt die Überlebensrate der Küken.

Dazu kommt die zunehmende kommerzielle Krillfischerei, die in denselben Gewässern operiert, in denen die Pinguine jagen. Obwohl Fangquoten existieren, ist unklar, ob sie ausreichen, um die Nahrungsgrundlage der Pinguine langfristig zu sichern. Auch Habitatveränderungen an den Brutplätzen – etwa durch Gletscherrückzug oder veränderte Niederschlagsmuster – können sich negativ auswirken.

Schutz und Forschung

Die meisten Brutgebiete des Macaronipinguins liegen in abgelegenen Schutzgebieten. Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln sind seit 2012 als Marine Protected Area ausgewiesen. Auf den Heard-Inseln (Australien) und den Kerguelen (Frankreich) gelten strenge Naturschutzgesetze.

Langzeitstudien wie das seit Jahrzehnten laufende Monitoring auf Bird Island liefern wertvolle Daten. Forscher beringen dort regelmäßig Tiere, statten sie mit GPS-Sendern aus und dokumentieren den Bruterfolg. Diese Daten helfen, Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen, Nahrungsverfügbarkeit und Populationsentwicklung zu verstehen.

Wenn du mehr über das Brutverhalten, das tägliche Leben und die nahen Verwandten dieser Art erfahren möchtest, empfehle ich dir unseren ausführlichen Artikel zum Goldschopfpinguin.