Felsenpinguin: Kletterkünstler mit Punk-Frisur
Leuchtend rote Augen, ein kräftiger rötlich-brauner Schnabel und über den Augen abstehende gelbe Federbüschel, die wie eine Punk-Frisur wirken – der Felsenpinguin (Eudyptes chrysocome) sieht aus wie ein kleiner Rockstar. Und er macht seinem wilden Aussehen alle Ehre.
Steckbrief: Felsenpinguin
| Wissenschaftlicher Name | Eudyptes chrysocome |
| Größe | ca. 45 cm |
| Gewicht | bis zu 4 kg |
| Lebensraum | Subantarktische Inseln (Falklandinseln, Tristan da Cunha, Kerguelen u.a.) |
| Nahrung | Krill, kleine Fische, Tintenfische |
| Bestand | Gefährdet (ca. 1,5 Millionen Brutpaare, Tendenz sinkend) |
Was macht den Felsenpinguin so besonders?
Unter den 18 Pinguinarten ist der Felsenpinguin einer der kleinsten – mit nur etwa 45 cm Körperhöhe. Dafür hat er aber eine riesige Persönlichkeit. Sein englischer Name „Rockhopper“ (Felsenspringer) sagt schon alles: Diese Vögel hüpfen mit beiden Füßen gleichzeitig über steile Klippen und Felsbrocken – mit einem einzigen Sprung schaffen sie bis zu 30 cm Höhenunterschied.
Ich muss zugeben, als ich das zum ersten Mal in einem Dokumentarfilm gesehen habe, musste ich lachen. Die Felsenpinguine hüpfen mit einer Entschlossenheit die steilen Felswände hinauf, die man eigentlich nur von Bergziegen erwartet. Dabei fallen sie auch mal hin – und stehen sofort wieder auf.
Warum hüpft der Felsenpinguin statt zu watscheln?
Während die meisten Pinguine an flachen Stränden brüten, nisten Felsenpinguine auf hohen Felsplateaus. Um vom Meer zu ihren Nestern zu gelangen, müssen sie steile Klippen erklimmen. Normales Watscheln wäre auf dem zerklfteten Terrain viel zu gefährlich. Also haben sie eine eigene Fortbewegung entwickelt: beidfüßiges Hüpfen.
Diese Technik sieht zwar witzig aus, ist aber äußerst effektiv. Die kräftigen Beine und die scharfen Krallen geben ihnen auf dem nassen Fels genug Halt. Und wenn es doch mal schiefgeht, federn die dichten Federn den Aufprall ab.
Wie sieht das Familienleben der Felsenpinguine aus?
Das Brutverhalten des Felsenpinguins hat einige Besonderheiten. Zunächst baut das Pärchen ein Nest aus kleinen Steinchen und Stöckchen, in dem eine flache Mulde entsteht. Das Weibchen legt zwei unterschiedlich große, bläulich-weiße Eier. In der Praxis überlebt allerdings fast immer nur das größere, stärkere Küken.
Während der Brutzeit wechseln sich die Partner vorbildlich ab: Einer bleibt auf dem Nest, der andere macht sich auf die oft tagelange Jagd im Meer. Diese Zusammenarbeit ist überlebenswichtig, denn die Kolonie liegt weit über dem Meeresspiegel.
Wusstest du schon?
Felsenpinguine gelten als die aggressivsten Pinguine überhaupt. In der Kolonie kommt es ständig zu lautstarken Auseinandersetzungen – mit kräftigen Schnabelhieben und lautem Gekreische. Selbst deutlich größere Vögel wie Albatrosse werden von ihnen attackiert, wenn sie dem Nest zu nahe kommen.
Wo genau leben Felsenpinguine?
Felsenpinguine besiedeln zahlreiche subantarktische Inseln rund um den Globus. Du findest sie auf den Falklandinseln, auf Tristan da Cunha, auf den Kerguelen-Inseln, auf den Crozet-Inseln und sogar auf einigen Inseln vor Neuseeland. Ihre Brutkolonien liegen dabei fast immer auf felsigen, steil abfallenden Küsten – Flächen, die andere Pinguinarten meiden.
In der Nicht-Brutzeit verbringen Felsenpinguine Monate auf dem offenen Meer. Dabei können sie weite Strecken zurücklegen und tauchen bis in Tiefen von über 100 Metern, um Krill und kleine Fische zu jagen.
Sind Felsenpinguine bedroht?
Leider ja. Der Bestand der Felsenpinguine ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Die Hauptgründe sind die Erwärmung der Meere, die Veränderung der Strömungen und damit verbundene Nahrungsknappheit. Auch Ölverschmutzung und die Beifangproblematik in Fischernetzen spielen eine Rolle.
Heute werden Felsenpinguine von der IUCN als „gefährdet“ (vulnerable) eingestuft. Verschiedene Schutzprogramme auf den Falklandinseln und anderen Brutgebieten versuchen, den Lebensraum der Tiere zu sichern. Wenn du Felsenpinguine live erleben willst, kannst du sie unter anderem im Zoologischen Garten Berlin, im Tierpark Hellabrunn München oder im Tiergarten Schönbrunn in Wien besuchen.
Verwandte Arten: Die Schopfpinguin-Familie
Der Felsenpinguin gehört zur Gattung der Schopfpinguine (Eudyptes). Seine nächsten Verwandten sind der Goldschopfpinguin, der Kronenpinguin, der Haubenpinguin und der Dickschnabelpinguin. Alle Schopfpinguine tragen auffällige Federschmücke am Kopf – doch der Felsenpinguin hat die markanteste „Frisur“ von allen. Achte im Zoo darauf: Beim Felsenpinguin sind die gelben Federn schmal und stehen seitlich ab, beim Goldschopfpinguin dagegen sind sie breiter und bilden eine richtige Krone.