Der Eselspinguin und seine besonderen Fähigkeiten
Er hat leuchtend orange Füße, einen kräftigen orangefarbenen Schnabel und schwimmt schneller als jeder andere Pinguin: Der Eselspinguin (Pygoscelis papua) ist ein echter Rekordhalter unter den Frackträgern der Südhalbkugel. Sein Name mag lustig klingen – er verdankt ihn seinem Ruf, der an das Schreien eines Esels erinnert –, aber seine Fähigkeiten sind wirklich beachtlich.
Steckbrief: Eselspinguin
| Wissenschaftlicher Name | Pygoscelis papua |
| Englischer Name | Gentoo Penguin |
| Größe | ca. 58 cm |
| Gewicht | 5 – 7 kg |
| Lebenserwartung | bis zu 18 Jahre |
| Lebensraum | Antarktische Halbinsel, Subantarktis, Falkland-Inseln |
| Nahrung | Krill, Fisch, Tintenfisch |
| Bestand | ca. 387.000 Brutpaare (nicht gefährdet) |
Wie sieht der Eselspinguin aus?
Im Vergleich zu seinem Verwandten, dem Adéliepinguin, hat der Eselspinguin einen ziemlich runden, kräftigen Körper. Sein auffälligstes Merkmal ist der leuchtend orangefarbene Schnabel, der farblich perfekt zu seinen ebenfalls orangefarbenen Füßen passt.
Auf dem Kopf trägt er einen weißen Streifen, der sich wie ein Stirnband von einem Auge zum anderen zieht. Ansonsten folgt er dem klassischen Pinguin-Dress-Code: schwarzer Rücken, weißer Bauch.
Manche Wissenschaftler unterscheiden übrigens zwischen dem nördlichen und dem südlichen Eselspinguin. Die auf der Antarktischen Halbinsel brütenden Tiere sind etwas kleiner und haben kürzere Flossen und Schnäbel als ihre nördlichen Artgenossen auf den Falklandinseln.
Wo lebt der Eselspinguin?
Eselspinguine besiedeln ein vergleichsweise großes Gebiet: von der Antarktischen Halbinsel über die Südlichen Shetlandinseln bis zu den Falklandinseln und Südgeorgien. Sie bevorzugen felsige, eisfreie Küstenabschnitte für ihre Brutkolonien.
Ein Detail, das mir beim Recherchieren aufgefallen ist: Eselspinguine treffen sich auch außerhalb der Brutzeit regelmäßig an ihrem Nistplatz. Sie scheinen eine besondere Bindung zu ihrem „Zuhause“ zu haben – fast wie Menschen, die gerne in ihr Lieblingscafé zurückkehren.
Wusstest du schon?
Der Eselspinguin ist der schnellste Schwimmer aller Pinguinarten! Er erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 36 km/h unter Wasser. Zum Vergleich: Der schnellste menschliche Schwimmer schafft im Sprint gerade einmal 8 km/h.
Was frisst der Eselspinguin?
Die Ernährung des Eselspinguins hängt stark von seinem Standort ab. In der Nähe der Antarktis steht vor allem Krill auf dem Speiseplan – jene kleinen Krebstiere, die die Basis der antarktischen Nahrungskette bilden. Weiter nördlich, etwa auf den Falklandinseln, ergänzen Fische und Tintenfische die Ernährung.
Seine Rekordgeschwindigkeit im Wasser kommt ihm bei der Jagd zugute: Schnell, wendig und ausdauernd verfolgt er seine Beute durch das eisige Meer.
Wie pflanzt sich der Eselspinguin fort?
Mit drei bis vier Jahren werden Eselspinguine geschlechtsreif. Dann beginnt ein Ritual, das zeigt, wie romantisch Pinguine sein können: Das Männchen sucht das schönste Steinchen, das es finden kann, und überreicht es dem Weibchen als Geschenk. Nimmt sie an, ist das Paar zusammen.
Gemeinsam bauen sie ein Nest aus Steinchen, Federn und Moos und legen zwei weiße Eier hinein. Beide Eltern brüten abwechselnd und teilen sich später auch die Fütterung. Hier gibt es allerdings einen harten Wettbewerb: Die Küken müssen ihren Eltern die Nahrung aktiv abjagen, indem sie hinter dem fütternden Elternteil herlaufen. Das stärkere Küken bekommt mehr Futter.
Die Küken tragen von Anfang an die gleiche schwarz-weiße Färbung wie ihre Eltern – nur mit flauschigem Daunenkleid statt glatter Federn. Bei ausreichendem Nahrungsangebot werden beide Jungen erfolgreich großgezogen.
Ist der Eselspinguin bedroht?
Verglichen mit vielen anderen Pinguinarten geht es dem Eselspinguin relativ gut. Mit rund 387.000 Brutpaaren ist sein Bestand stabil, und er gilt derzeit als „nicht gefährdet“. In einigen Regionen wächst seine Population sogar – möglicherweise, weil er von der Rückgang konkurrierender Arten profitiert.
Dennoch ist er nicht frei von Risiken: Überfischung, Verschmutzung der Meere und der Klimawandel können sein Nahrungsangebot beeinträchtigen. Langfristiger Schutz der antarktischen Gewässer bleibt daher wichtig.
Noch mehr wissenswerte Fakten
Wusstest du schon?
Eselspinguine bauen richtige Straßen! Zwischen Brutkolonie und Meer entstehen durch tägliches Hin- und Herwatscheln festgetretene „Pinguin-Highways“. Diese Pfade werden über Jahre hinweg genutzt und sind sogar auf Satellitenbildern sichtbar.
Häufige Fragen
Sein Ruf klingt wie das Schreien eines Esels – ein lautes, trötendes „I-A“. Daher der Name. Der englische Name „Gentoo“ hat übrigens einen ganz anderen Ursprung und wird auf einen indischen Turbanstil zurückgeführt, der an den weißen Kopfstreifen erinnert.
Bis zu 36 km/h – das macht ihn zum schnellsten Schwimmer unter allen Pinguinarten. Diese Geschwindigkeit nutzt er sowohl zur Jagd als auch zur Flucht vor Seeleoparden und Schwertwalen.
In Deutschland kannst du Eselspinguine unter anderem bei Hagenbeck in Hamburg, im Tierpark Hellabrunn München, im Zoo Wuppertal, im Zoologischen Garten Frankfurt und im Aquazoo Düsseldorf besuchen. Auch der Zoo Basel und der Loro Parque auf Teneriffa halten diese Art.